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Wir hatten vor, als Rentnerehepaar im Winter bei unseren Kindern und Enkelkinder, die in der Karibik und in Spanien wohnen, zu leben und die restliche Zeit im schönen Hamburg zu verbringen. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

Was war geschehen?

Im Februar 2007 wollte Waltraut im Parkhaus Bergedorf eine 2 €-Münze vom Boden aufheben, bückte sich und kam nicht wieder hoch. Daraufhin ließ sie sich von Ihrer Hausärztin krank schreiben und es erfolgte eine Untersuchung nach der Anderen. Über diese Phase der Krankheit kann wohl jeder Betroffene sein eigenes Buch schreiben.
Alternativ wurden  Heilpraktiker mit ins Boot genommen, man versucht ja alles. Wir lernten CQM kennen, Reiki-Energie, TZM aus China und noch vieles mehr, selbst mit einer bekannten Akademie haben wir zusammen gearbeitet.

Ende Mai 2007 kam der Hammer, verdacht auf ALS. Bei einem Besuch in der Charite in Berlin bei Dr. Meyer wurde der Verdacht bestätigt.

Nun ging alles sehr schnell, im August traten die ersten Atmungsprobleme auf und im September blieb die Puste weg. Eingeleitet wurde eine nichtinvasive Heimbeatmung mit Maske. Nach 10 Tagen erfolgte eine Verlaufskontrolle stationär im Krankenhaus Barmbek.

Klinisch zeigte sich ein rasch progredienter Verlauf mit der Unfähigkeit, das bisherige Maskenbeatmungsgerät im S-BIPAP-Modus zu triggern und progredienter respiratorischer Globalinsuffizienz.

Daraufhin erfolgte die sofortige Umstellung auf eine durchgehende Maskenbeatmung im S-/T- Modus(BIPAP mit einem Gerät der Fa.Saime VS Integra) . Hierunter konnte zunächst eine ausreichende klinische Besserung erzielt werden.

 Nun begann die Zeit der Entscheidungen. Ein Weiterleben war nur möglich mit maschinellerinvasiver 24-Stundenbeatmung, denn nach 5 Tagen mit Maskenbeatmung zeigten sich starke Wundstellen im Gesicht. Die einzige Alternative wäre ein plastisches Tracheostoma.

Für meine Frau kam aber ein Luftröhrenschnitt nicht in Frage, dies hatte sie auch schon Dr. Meyer von der Charite in Berlin beim letzten Besuch im August zu verstehen gegeben. Die Ärzte sagten mir, dann kommt ihre Frau nicht mehr aus dem Krankenhaus raus.

Daraufhin bin ich erst 3 mal ums Krankenhaus gelaufen mit feuchten Augen und konnte es einfach nicht begreifen, vor gut einem halben Jahr sind wir noch quer durch die Lüneburger Heide gewandert und nun, solls das gewesen sein.

Dann habe ich erst mal unsere drei Kinder angerufen, irgendwie haben sie es alle geschafft am nächsten Tag da zu sein, Birgit aus Barcelona, Rene` aus Santo Domingo und Svenja aus Porto Plata.

Wir wollten meine Frau nicht beeinflussen, haben aber sehr viele Überlegungen angestellt und am 19.Sept.2007 morgens um 9.00Uhr hat sie sich für einen Luftröhrenschnitt entschieden und somit begann das Abenteuer „invasive Heimbeatmung“.

Die Tracheostoma-Anlage erfolgte komplikationslos am 24.9.2007 mit einer Rüsch -9er-Kanüle, die druckkontrollierte Beatmung konnte hierüber fortgesetzt werden.

An dieser Stelle sei schon einmal gesagt,“ bis zum heutigen Tag haben wir nicht eine Stunde bereut, diesen Schritt gemacht zu haben.“